Die SwannBuddy 4K ist eine Kombination aus Türklingel und Videokamera und verspricht, künstliche Intelligenz in die Türklingel zu integrieren und sogar als persönlicher Türsteher zu fungieren. Doch wie weit reicht künstliche Intelligenz und wie funktioniert Automatisierung tatsächlich?
Die SwannBuddy 4K ist eine Kombination aus Türklingel und Videokamera. Sie ist also nicht wirklich neu: Es gibt bereits viele ähnliche Geräte auf dem Markt.
In diesem Fall liegt der Unterschied jedoch primär in technischen Lösungen und dem Versprechen umfassender KI-Funktionen. 4K-Auflösung, vertikaler Betrachtungswinkel und lokale Speicherung ohne obligatorische Cloud-Gebühren sind die Hauptargumente des Herstellers. Diverse Automatisierungs- und KI-Funktionen sind integriert, die das Gerät im Vergleich zu einer herkömmlichen Video-Türklingel intelligenter machen sollen.
Genau genommen handelt es sich eher um eine Kombination aus Türklingel, Überwachungskamera und künstlicher Intelligenz als um eine herkömmliche Video-Türklingel. Dies erklärt auch den recht hohen Preis von 169 Euro. In diesem Fall fehlt jedoch das interne Display, das durch ein Smartphone ersetzt wird. Dieses bietet natürlich auch überall netzwerkfähige Funktionen.
Die Kamera bietet eine 4K-Auflösung (3840 × 2160), doch in der Praxis sind das Seitenverhältnis und der Blickwinkel entscheidender. Swann verwendet ein 1:1-Bild und eine vertikale Ansicht, die den Türbereich von oben bis unten erfasst. So sind sowohl der Besucher als auch beispielsweise auf dem Boden abgestellte Pakete im selben Bild zu sehen.
Die Bildqualität ist detailreich, und bei guten Lichtverhältnissen ist die Auflösung ausreichend, um Gesichter und kleinere Details zu erkennen. Der weite Blickwinkel führt jedoch zu einer leichten Verzerrung, insbesondere im Nahbereich, was für diese Art von Lösung typisch ist.
Bei schwachen und dunklen Lichtverhältnissen basiert das Bild auf Infrarotbeleuchtung. Diese ist für den grundlegenden Gebrauch ausreichend, jedoch sind Bildauflösung und Kontrast im Vergleich zu Tageslicht erwartungsgemäß reduziert. Insgesamt liegt der Fokus eher auf der praktischen Abdeckung als auf der reinen Auflösung.
Die Bildspeicherung erfolgt lokal auf einer microSD-Karte, für die kontinuierliche Nutzung ist kein Cloud-Dienst erforderlich. Dies ist ein struktureller Unterschied zu vielen Mitbewerbern, bei denen der Speicherplatz an eine monatliche Cloud-Gebühr gebunden ist. Cloud-Speicher ist selbstverständlich als zusätzliche Option verfügbar.
Die Bewegungserkennung erfolgt mittels eines PIR-Sensors, der auf Wärme und Bewegung reagiert. Ziel ist es, Fehlalarme zu minimieren und die Aufzeichnung auf tatsächliche Ereignisse zu konzentrieren. Die Erkennung arbeitet mit einer softwarebasierten Analyse zusammen, die beispielsweise menschliche Bewegungen von anderen Bewegungen unterscheiden soll.
Die Sprachverbindung soll zwar bidirektional sein, ist aber nicht im Vollduplex-Verfahren implementiert. Tatsächlich handelt es sich um eine Halbduplex-Verbindung, d. h. es kann immer nur eine Person gleichzeitig sprechen. Zum Sprechen muss zudem eine separate Taste in der App gedrückt werden, wodurch die Konversation weniger häufig stattfindet als bei einer kontinuierlichen Sprachverbindung. Der Nutzer kann daher über die App mit dem Besucher sprechen und alternativ vorgefertigte Sprachnachrichten oder automatische Antworten nutzen. Diese werden von der SwannShield-Funktion gesteuert, einer zusätzlichen KI-basierten Funktion des Herstellers.
Das Gerät kann entweder mit Akku oder über ein Festnetzteil (separater Transformator erforderlich) betrieben werden. Die Akkulaufzeit soll mehrere Monate betragen, hängt in der Praxis jedoch deutlich von der Nutzung ab: Je mehr Bewegungserkennungen, Aufnahmen und Live-Ansichten erfolgen, desto schneller entlädt sich der Akku. Kälte verkürzt die Betriebsdauer zusätzlich. Ansonsten wird dem Gerät eine minimale Betriebstemperatur von „nur“ -10 Grad Celsius zugeschrieben, was zumindest in Teilen Finnlands eine klare Einschränkung darstellt, obwohl die Winter dort milder werden.