Ton analog mit Magnetismus aufzeichnen: So funktionieren die C-Kassette und der Kassettenrekorder!
Text: Heikki Kivelä
Bilder: Creative Commons / Pexels.com

Anatomie eines Kassettenspielers
Das Aussehen eines traditionellen Kassettenrekorders hat sich im Laufe der Zeit kaum verändert. Die Abbildung zeigt den Technics RS-M215, der 1982/83 produziert wurde. Links am Gerät befinden sich der Ein-/Ausschalter und das Kassettenlaufwerk. Darunter liegen die Tasten zum Öffnen des Laufwerks, zum Aufnehmen, Zurückspulen, Stoppen und Pausieren. In der Mitte zeigen die darüber laufenden Zahlen die Bandposition an, was beispielsweise das Auffinden eines bestimmten Liedes erleichtert. Rechts davon befindet sich üblicherweise ein VU-Meter (Volume Unit), das den durchschnittlichen Signalpegel anzeigt.
In der Mitte unten befindet sich ein Kopfhörerausgang. Rechts daneben sind drei Schalter angebracht: Der Tape-Select-Schalter wählt den Bandtyp (in diesem Fall nicht oxidiertes Metall, Chromoxid oder normales Eisenoxid), der Dolby-NR-Schalter dient der Rauschunterdrückung und der Input-Select-Schalter wählt zwischen Mikrofon- und Line-Pegel-Aufnahme. Zwei Potentiometer rechts dienen zur Einstellung des Aufnahmepegels des linken und rechten Kanals. Links befinden sich 6,3-mm-Klinkenbuchsen zum Anschluss von Mikrofonen.

Spielen, speichern – und wieder spielen
In einem Kassettenrekorder läuft ein Tonband mit einer konstanten Geschwindigkeit von 4,75 Zentimetern pro Sekunde über den oder die Aufnahmeköpfe. Ein Audiosignal wird dem Aufnahmekopf zugeführt, der eine Art magnetisches Abbild des Audiosignals auf dem Band erzeugt. Beim Durchlaufen des Wiedergabekopfes entsteht an dessen Spulenanschlüssen eine Spannung, die dem ursprünglichen Audiosignal entspricht.
Hochwertige Tonbandgeräte verfügen mitunter über drei Tonköpfe. Bei herkömmlichen C-Kassettenspielern sind Aufnahme- und Wiedergabekopf kombiniert (siehe Abbildung unten, Mitte). Der Nachteil dieser Bauweise bei Aufnahmen besteht darin, dass das aufgenommene Signal nicht über das Band abgespielt werden kann.
Die Qualität des Bandtransportmechanismus ist entscheidend für einen vibrations- und wackelfreien Klang. Die Bandgeschwindigkeit wird üblicherweise konstant gehalten, indem das Band zwischen der Antriebswelle und der Gummiwalze (unten rechts im Bild) hindurchgeführt wird. Das Band selbst wird durch das Drehmoment der Spulenteller auf der richtigen Spannung gehalten.
Beim Starten des Tonbandgeräts zur Wiedergabe oder Aufnahme gleitet die Gummiwalze auf die Antriebswelle, und das dazwischenliegende Tonband läuft mit einer von der Antriebswelle vorgegebenen Geschwindigkeit. Gleichzeitig werden die Spulenmotoren mit dem entsprechenden Drehmoment zugeschaltet.
