Haben Sie genug von verwackelten Videoaufnahmen? Für wenig Geld erhalten Sie bessere Ergebnisse und mehr Spaß beim Filmen mit Ihrem Mobiltelefon.
Text und Screenshots: Joni Nikkola
Fotos: Hersteller
Es ist schwierig, mit einer Kamera professionell wirkende, verwacklungsfreie Videos aufzunehmen, insbesondere in Bewegung. Heutzutage ist dies jedoch auch mit einem Smartphone möglich, sofern man einen Gimbal oder Kamerastabilisator verwendet. Im besten Fall spart dies dem Nutzer Zeit und Nerven, da die Notwendigkeit von Wiederholungen – zumindest technisch – reduziert wird.
Bei einem Gimbal sorgen Zwei- oder Drei-Achsen-Motoren für Bildstabilisierung. Dadurch bleiben die Videoaufnahmen flüssig. Ein wesentlicher Bestandteil der Nutzung von Gimbals, insbesondere solcher für Mobiltelefone, ist zudem eine App mit Funktionen für verschiedene Aufnahmesituationen. Gimbals sind auch für Kameras erhältlich, jedoch teurer.
Die Preise für Gimbals für Smartphones sind hingegen überraschend günstig. Man kann schon mit wenigen Euro einsteigen.
DJI ist zweifellos der bekannteste Hersteller, aber auch der chinesische Hersteller Zhiyun hat sich einen Namen gemacht. Wir haben die Zhiyun Smooth Q3 getestet, die in der Standardversion 89 Euro und in der Combo-Version mit Zubehörpaket 109 Euro kostet.
Das Standardpaket enthält den Gimbal, ein Stativ, ein USB-Ladekabel und eine Kurzanleitung. Das Kombipaket beinhaltet zusätzlich eine Aufbewahrungstasche, eine Geschenkkarte für ein Jahresabonnement der ZY Cami Prime-App und eine Handschlaufe.

Ein vertrauter Anblick
Auf den ersten Blick ähnelt der Zhiyun Smooth Q3 stark den Gimbals von DJI, wie beispielsweise dem Osmo Mobile. Mit 340 Gramm gehört er zwar nicht zu den leichtesten Modellen auf dem Markt, ist aber auch nicht schwer. Das Gerät wirkt von Anfang an robust und solide.
Der Zhiyun Smooth Q3 verfügt über einen 3-Achsen-Gimbal, eine LED-Leuchte und ein einfaches Stativ. Lösen Sie zunächst die Schraube, die das Gerät in der Transportposition fixiert, ziehen Sie den Arm gerade, ziehen Sie die Schraube wieder fest und klemmen Sie das Smartphone zwischen die Klemmen. Der Arm muss vollständig gerade sein, damit die Kontakte funktionieren.
Die Akkukapazität beträgt 1300 mAh und soll im Normalbetrieb sieben Stunden und maximal 15 Stunden durchhalten. Der Ladeanschluss ist ein moderner USB-C-Anschluss, und der Akku ist in zwei Stunden vollständig aufgeladen.
Leider ist das Ladegerät nicht im Lieferumfang enthalten. Andererseits ist die Lösung umweltfreundlich, da der Käufer des Gimbals wahrscheinlich bereits ein passendes Ladegerät besitzt.
Der Griff verfügt an der Vorderseite über eine Reihe von Status-LEDs, eine Modus-Taste, eine Aufnahmetaste und einen Joystick zum Schwenken und Neigen. Für Rechtshänder gibt es auf der Daumenseite einen Zoom-Schieberegler, mit dem sich das Bild praktisch zuschneiden lässt. Der Gimbal schaltet nicht automatisch auf beispielsweise ein Ultraweitwinkel- oder Teleobjektiv um, was optisches Zoomen ermöglichen würde. Auf der Rückseite, in Reichweite des Zeigefingers, befinden sich der Ein-/Ausschalter und der Auslöser. An der Unterseite des Griffs befindet sich außerdem eine Buchse zum Anbringen einer Kamerahalterung.
Der Griff geht von einem Arm aus, der in der Transportposition fixiert wird, wenn das Gerät nicht verwendet wird. An dessen oberem Ende befindet sich ein zweiter Arm, der durch Drehen arretiert und gelöst werden kann. An seinem Ende ist eine Smartphone-Halterung angebracht. Die Smartphone-Halterung verfügt über eine LED-Leuchte, die je nach Verwendung des Gimbals im Selfie-Modus oder beim Filmen anderer Personen zu Ihnen hin oder von Ihnen weg gerichtet werden kann.
Die LED-Leuchte verfügt über einen berührungsempfindlichen Ein-/Ausschalter. Sie lässt sich durch 1,5 Sekunden langes Drücken ein- und ausschalten. Durch Antippen können Sie zwischen drei Helligkeitsstufen wählen.
Vom Scheitern zum Sieg
Wir haben das Gerät mit einem recht großen, aber leichten Xiaomi Redmi Note 9 getestet. Der Start war etwas holprig. Dem Gerät liegt eine recht dürftige Kurzanleitung bei, die kaum Aufschluss über die Ersteinrichtung gibt. Letztendlich half es, das gesamte Handbuch online zu finden, um die anfänglichen Probleme zu lösen. Es lohnt sich, es komplett durchzulesen, und wir empfehlen außerdem, sich die Tutorial-Videos in der App anzusehen, um schnell mit dem Gerät vertraut zu werden.
Anfangs gab es Probleme mit der Bluetooth-Verbindung. Die App fand das Gerät überhaupt nicht, egal wie genau ich die Kurzanleitung und die Tipps der App befolgte. Schließlich fand ich eine alternative Methode, die Bluetooth-Verbindung zurückzusetzen, was nach einigen Versuchen funktionierte.
Der Gimbal verfügt über fünf Betriebsmodi. Im Modus „Pan Follow“ (PF) wird die Bewegung nur seitlich ausgeführt. Im Modus „Lock“ (L) sind die Motoren gesperrt und folgen keiner Bewegung; Neigen und Schwenken können jedoch über den Joystick gesteuert werden. Im Modus „Follow“ (F) folgen die Neige- und Schwenkmotoren der Bewegung. Im Modus „Point of View“ (POV) folgen alle drei Motoren der Bewegung. Im Modus „Vortex“ folgen Neigen und Schwenken der Bewegung sehr schnell.
Die Klemme ist keine völlig problemlose Lösung, da sich bei Android-Handys der Ein-/Ausschalter und die Lautstärkeregler genau in der Mitte befinden, wo das Handy befestigt wird.
Das Smartphone muss ausbalanciert sein, damit der Gimbal einwandfrei funktioniert. Daher ist die Flexibilität bei der Montageposition eingeschränkt. Einige Konkurrenzmodelle werden magnetisch befestigt.
Das Smartphone bleibt beeindruckend stabil in Bewegung und das Bild ist ruhig. Mit dem Joystick lässt sich das Smartphone flüssig drehen, und die Zoomtasten ermöglichen es, näher an das Motiv heranzuzoomen. Die Motivverfolgung funktioniert größtenteils überzeugend, verliert sie das Motiv jedoch aus den Augen, beginnt der Gimbal zu wackeln. Daher sind manchmal Wiederholungen nötig, aber das ist nun mal so. Das Aufhelllicht ist sowohl bei schlechten Lichtverhältnissen als auch bei Gegenlicht hilfreich.
Die ZY Cami App bietet neben einem Benutzerhandbuch und Tutorial-Videos auch umfangreiche Videobearbeitungsoptionen, darunter Schneiden, Tonwertkorrektur, Filter, Untertitel und Musik. Die App dient gleichzeitig als Kamera-App. Mit einem Prime-Abonnement profitieren Sie außerdem von Online-Bearbeitung, Videospeicherung und weiteren erweiterten Bearbeitungsoptionen.
Zhiyun Smooth Q3: Spielspaß für wenig Geld
Die Zhiyun Smooth Q3 hinterlässt einen überzeugenden Eindruck. Die Verarbeitung ist hochwertig und die Motoren laufen stabil. Für einen vergleichsweise moderaten Preis erhält man Qualität und Spaß zugleich. Die Akkulaufzeit von 7–15 Stunden dürfte für die meisten Shootings mehr als ausreichend sein. Nicht alle Konkurrenzmodelle bieten zudem Aufhelllicht.
Die App ist zwar nicht die intuitivste, bietet aber viele Funktionen und viel zu entdecken. Ein kleiner Nachteil sind gelegentliche Probleme mit der Aufzeichnung. Auch Bluetooth-Verbindungsschwierigkeiten können die Nutzung beeinträchtigen, allerdings hatten wir nach anfänglichen Problemen während unserer Testphase keine Verbindungsprobleme mehr.
GUT & SCHLECHT
Fülllicht
Ordentliche Akkulaufzeit
Stabiles Bild
Vielseitige Anwendung
Zeitweise auftretende Tracking-Probleme
Anfangsprobleme
Zhiyun Glatt Q3
Preis 89 € (Standard) / 109 € (Kombi)
Weitere Informationen eu.zhiyun-tech.com
Akkukapazität 1.300 mAh
Akkulaufzeit 7–15 Stunden
Unterstützte Telefonbreite: 55–90 mm
Unterstützte Telefondicke: 7–10 mm
Unterstützte Last 150–280 g
Gewicht 340 g
Im Lieferumfang enthalten: Das Standardpaket umfasst ein Stativ, ein USB-Ladekabel und eine Kurzanleitung. Das Kombipaket enthält zusätzlich eine Aufbewahrungstasche, eine Geschenkkarte für ein Jahresabonnement der ZY Cami-App (Prime) und eine Handschlaufe.
Andere wendbare Fotolampe
Die Geschichte wurde ursprünglich veröffentlicht In der AVPlus-Zeitschrift 6/2022 (Nr. 215).












