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Das iPhone X im Test: Klassisches Apple in neuem Gewand

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4.4.2018
Das iPhone X im Test: Klassisches Apple in neuem Gewand
Lesezeit etwa 7 Minuten
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Das iPhone, das seinen zehnten Geburtstag feierte, erhielt in seiner Jubiläumsedition zahlreiche neue Funktionen sowie ein leicht überarbeitetes Design, bei dem das Gehäuse des regulären iPhones auf den Bildschirm der Plus-Serie trifft. Der bekannte Home-Button wurde durch eine Aussparung in der oberen Ecke ersetzt, und der Preis stieg um über tausend Euro.

Text: Dragan Petric / Fotos: Hersteller
Veröffentlicht in der Zeitschrift AVPlus 1/2018.

Obwohl die Markteinführung von Apples neuestem Smartphone-Modell wieder einmal mit viel Aufsehen verbunden war, ist die grundlegendste Änderung des Geräts recht simpel: ein großes Display in einem kleineren Gehäuse. Das neue iPhone X hat die gleiche Displaygröße wie das iPhone 8 Plus, aber das Gehäusevolumen wurde um mehr als 2,5 Kubikzentimeter reduziert. In der Praxis ist das iPhone X nur geringfügig größer als das Basismodell 8. Wer das Vorgängermodell iPhone 7 Plus in der Hand hatte, wird sofort die deutlich kleineren Abmessungen und das etwas geringere Gewicht des neuen Geräts bemerken. Das neue iPhone X passt selbst mit Schutzhülle problemlos in die Hosentasche.
Das iPhone X sieht aus wie jedes andere Smartphone: ein flaches Gerät mit leicht abgerundeten Ecken und Kanten. Es ist in Schwarz oder Grau erhältlich. Das iPhone X liegt angenehm in der Hand, vermutlich aufgrund seiner geringeren Dicke im Vergleich zu den Plus-Modellen. Apple verwendet auf der Rückseite wieder Glas, um induktives Laden zu ermöglichen. Dadurch fühlt sich das Smartphone etwas rutschig an.
Die Verarbeitung ist exzellent, und unser Testgerät hat sich trotz intensiver Belastung weder verbogen noch verformt. Das Gerät ist IP67-zertifiziert, d. h. es ist staub- und spritzwassergeschützt. Staub kann also nicht eindringen, und das Smartphone übersteht ein kurzes Eintauchen in Wasser bis zu einem Meter Tiefe. Wir möchten jedoch darauf hinweisen, dass dies nicht den bestmöglichen Spritzwasserschutz bietet. Sie sollten daher nicht mit dem iPhone X schwimmen gehen, aber es übersteht kurze Spritzer problemlos.


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Von Ecke zu Ecke gemessen, misst das Display des iPhone X 5,8 Zoll, das des iPhone 8 Plus 5,5 Zoll und das des iPhone 8 4,7 Zoll. Diese Angabe beschreibt die Bildschirmgröße jedoch nicht optimal. Das iPhone X hat ein etwas ungewöhnliches Seitenverhältnis von 19,5:9, wodurch es zwar lang, aber schmal wirkt. Zum Vergleich: Das iPhone 8 Plus beispielsweise hat ein breiteres Seitenverhältnis von 16:9. Beide Modelle bieten jedoch die gleiche Bildschirmfläche von etwa 12,8 Quadratzoll.

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Das Display und die Abmessungen des neuen iPhones haben sich verändert. Es nutzt OLED-Technologie, die Bildschirmfläche beträgt etwa 83 Prozent und die Auflösung ist die höchste aller iOS-Geräte.

Das iPhone X bietet die höchste Auflösung aller iOS-Smartphones: 2 x 436 Pixel, was einer Pixeldichte von 458 ppi entspricht – ein weiterer Vorteil gegenüber den 401 ppi des iPhone 8 Plus. Es ist außerdem das erste iOS-Gerät mit OLED-Display, das beispielsweise in Samsung-Modellen schon seit Jahren zum Einsatz kommt. Die Wahl eines OLED-Displays liegt auf der Hand: Es sieht einfach atemberaubend aus. Mit einem Kontrastverhältnis von 1:125 sind die Farben sehr lebendig und Schwarz tiefschwarz. Weiß hingegen wirkt fast wie Papier. Das Display ist hell genug für die Nutzung im Freien, und zwar nicht nur im Schatten. Unsere Tests haben gezeigt, dass dies das erste iPhone ist, das selbst bei direkter Sonneneinstrahlung eine hervorragende Leistung erbringt.
Neben dem Preis hat OLED noch einen weiteren Nachteil: Das Bild kann sich in den Bildschirm einbrennen, was nicht sofort sichtbar ist. Apple empfiehlt, dieselben Elemente nicht zu lange auf dem Bildschirm anzuzeigen, insbesondere nicht bei voller Helligkeit, da dies mit der Zeit zu Abdrücken führen kann.

Basel e1522865556308Der gestreckte Bildschirm nimmt etwa 83 Prozent der Oberfläche des iPhone X ein. Und wie einige frühere Apple-Smartphones verfügt auch das X nur über einen Lightning-Anschluss und keine 3,5-mm-Kopfhörerbuchse.

Das Display bedeckt fast die gesamte Vorderseite des iPhone X, weshalb der Home-Button und somit auch der Fingerabdrucksensor entfernt wurden. Apple hat diesen durch ein Gesichtserkennungssystem ersetzt, auf das wir später noch genauer eingehen werden. Für die Gesichtserkennung musste jedoch eine Aussparung, die sogenannte Notch, auf der Geräteoberfläche verbleiben, was zu zahlreichen Diskussionen geführt hat.
Die Aussparung wird oft übersehen, doch leider nimmt sie Platz für all die Informationen ein, die viele Nutzer gewohnt sind, oben auf dem Bildschirm angezeigt zu bekommen. So ist beispielsweise die Anzeige des persönlichen Hotspots verschwunden; nur noch eine blaue Uhr signalisiert dessen Nutzung. Auch Bluetooth-Anzeige und Akkuprozentanzeige fehlen. Viele dieser Informationen wurden ins Kontrollzentrum verschoben und sind daher nicht mehr auf einen Blick erfassbar.
Einige Funktionen, wie beispielsweise 3D Touch, sind jedoch unverändert geblieben. Das ist gut so, denn durch den Wegfall des Home-Buttons ist die Bedienung des Bildschirms per Touchscreen noch wichtiger geworden.
Das große, brillante OLED-Display ist zweifellos das Beste am iPhone X, aber es hat auch seine Schwächen. Lässt man beispielsweise die GPS-App stundenlang im Hintergrund laufen, kann sich das Symbol leicht auf dem Bildschirm einbrennen. Apple hätte die Gesichtserkennung sinnvollerweise oberhalb des Bildschirms platziert.

Gesicht ID

Die Ablösung des Fingerabdruck-basierten Touch ID durch die Gesichtserkennung Face ID sorgte für viel Kontroverse – vor allem, weil sie als unzuverlässig galt. Unsere Tests zeigen jedoch, dass diese Zweifel unbegründet sind und Face ID mindestens genauso zuverlässig wie Touch ID, möglicherweise sogar zuverlässiger ist. Nach über einer Woche intensiver Nutzung und Hunderten erfolgreicher Identifizierungsversuche erkannte das Gerät den Nutzer nur wenige Male nicht sofort. Weder Brillen noch Kopfbedeckungen oder veränderte Frisuren hatten einen Einfluss auf das Ergebnis. Auch schwache Lichtverhältnisse schienen keine Rolle zu spielen. Beide fehlgeschlagenen Identifizierungsversuche konnten durch einen Neustart des Geräts behoben werden.

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Die Aussparung, die einen Teil des Bildschirms ausschneidet, enthält unter anderem den Sensor für das neue Gesichtserkennungssystem Face ID. Trotz unserer Bemühungen konnten wir es nicht austricksen, daher ist es in puncto Sicherheit mindestens genauso gut wie die Fingerabdruckerkennung.

Die Gesichtserkennung funktioniert nicht, wenn der Nutzer einen Schal oder Ähnliches trägt, das sein Gesicht bedeckt. Auch im Querformat funktioniert die Funktion nicht. Apple sollte dies schnellstmöglich beheben. Solange die Gerätesperre nicht automatisch aktiviert wird, kann der Nutzer das Telefon jederzeit manuell mit dem Passcode entsperren.
Wir haben auch versucht, Face ID auszutricksen, indem wir Familienmitglieder, die dem Nutzer ähnlich sehen, das Gerät entsperren ließen – jedoch ohne Erfolg. Außerdem stellten wir fest, dass Face ID nicht funktioniert, wenn der Nutzer nicht direkt in die Kamera schaut. Das Telefon bleibt gesperrt, wenn der Nutzer die Augen geschlossen hält oder in eine andere Richtung blickt.

Camcorder

Apple hat beim iPhone X (und iPhone 8 Plus) das gleiche 12-Megapixel-Dual-Kamerasystem mit LED-Blitz verbaut, das bereits im iPhone 7 Plus zum Einsatz kam. Es bietet 2-fachen optischen und 10-fachen digitalen Zoom. Die Rückkameras der neuen Modelle verfügen zudem über eine optische Bildstabilisierung.
Der Vorteil des Dual-Kamerasystems liegt in der Möglichkeit, Bokeh-Aufnahmen zu machen, bei denen das Motiv scharf, der Hintergrund aber unscharf ist. Apple nennt dies Porträtmodus und hat die Leistung seiner neuesten Geräte in diesem Bereich verbessert. Die Lichteinstellungen für das Porträt lassen sich auch nachträglich anpassen.

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Das Dual-Kamerasystem auf der Rückseite setzt die guten Eigenschaften des iPhone 7 fort, aber die Sieben-Megapixel-Frontkamera macht möglicherweise die besten Selfies auf dem Markt.

Dank der TrueDepth-Technologie von Face ID bietet die Frontkamera des iPhone X auch Porträt- und Bokeh-Funktionen. Sieben Megapixel sorgen für gestochen scharfe Bilder. Selfies sahen noch nie so gut aus.
Eine weitere Anwendung der TrueDepth-Technologie sind Animojis, die die Gesichtsausdrücke des Nutzers imitieren. Der Nutzer kann diese in 10-Sekunden-Clips aufnehmen und verschicken. Obwohl mir die Funktion anfangs völlig nutzlos und albern vorkam, muss ich zugeben, dass ich am Ende Dutzende davon an Freunde und Familie verschickt habe.

Leistung und Akkulaufzeit

Das iPhone X ist das erste iPhone mit dem neuen A11 Bionic Chip, der laut Apple speziell für KI-Verarbeitung, insbesondere für Face ID, entwickelt wurde. Der A11 verfügt über sechs Kerne, von denen zwei mit 2,39 Gigahertz takten und rechenintensive Aufgaben übernehmen, während die anderen Kerne energieeffizienter arbeiten. Alle Kerne können gleichzeitig in verschiedenen Kombinationen aktiv sein.
Das Smartphone verfügt über drei Gigabyte RAM, was für ein Gerät, das nicht zwei Apps gleichzeitig nebeneinander auf dem Bildschirm ausführen kann, recht viel ist. Apple, das zuvor mit einer eher knappen Speicherkapazität gespart hatte, hat diese Beschränkung nun aufgehoben, und das iPhone X ist mit wahlweise 64 oder 256 Gigabyte Speicher erhältlich.
Apple verspricht für das iPhone X 12 Stunden Surfen im Internet, 13 Stunden Videostreaming oder bis zu 60 Stunden Audiostreaming mit einer einzigen Akkuladung. Wir haben dies getestet, indem wir ein Video über WLAN bei 50 % Hintergrundbeleuchtung abgespielt haben. Der Akku des Geräts hielt dabei 10 Stunden und 19 Minuten. Ein respektables Ergebnis, das Apples Versprechen jedoch nicht ganz erfüllt. Es zeigt aber, dass das iPhone X bei intensiver Nutzung mit einer Akkuladung einen ganzen Tag durchhält.
Das iPhone X ist außerdem das erste iOS-Gerät mit Schnellladefunktion. Über einen USB-C-Anschluss lässt es sich in etwa 30 Minuten auf 50 Prozent aufladen. Apple legt jedoch kein passendes Kabel bei, sondern lediglich ein deutlich langsameres USB-A-Kabel. Der Nutzer muss selbst entscheiden, ob er 29 Euro für ein geeignetes Kabel ausgeben möchte, das entweder an ein kompatibles Ladegerät oder beispielsweise an einen Laptop mit USB-C-Anschluss angeschlossen werden kann.
Induktives Laden ist beim iPhone X erstmals in der Geschichte von Apple-Produkten möglich. Das Smartphone lädt sich auf, sobald man es auf die Ladestation legt, ohne dass ein Ladekabel angeschlossen werden muss. Überraschenderweise unterstützt das Gerät den Qi-Standard, und Apple hat keine eigene Implementierung entwickelt, um mit der Konkurrenz mithalten zu können. Doch genau wie das USB-C-auf-Lightning-Kabel muss auch die Ladestation separat erworben werden.


YHTEENVETO

Einzigartig und teuer

Das iPhone, das zehn Jahre alt wurde, hat sich mit dem X deutlich verändert. Der vertraute Home-Button wurde durch einen größeren Bildschirm ersetzt, was bedeutet, dass sich die Benutzer an die Bedienung des iPhones aus einem neuen Blickwinkel gewöhnen können.
Natürlich spielt auch der Preis eine Rolle. Über tausend Euro sind eine Menge Geld für ein Smartphone, und man bekommt damit meist das typische Apple-Feeling. Allerdings kann kein Handy, insbesondere kein günstigeres, einfach dasselbe Nutzererlebnis wie das iPhone X bieten. Es ist ein bisschen wie beim Kauf eines Ferraris: Man weiß, dass man viel zu viel dafür bezahlt, aber es fühlt sich trotzdem gut an.

+ Einzigartiges Gefühl

+ Leistungsstarkes und angenehmes Display

+ Kamerabedienung

- Preis

– Mögliche Risiken von OLED-Displays


Apple iPhone X
Preis: 1.179 € (64 GB) / 1.349 € (256 GB)
Weitere Informationen: www.apple.fi

Abmessungen (B x H x T): 70,9 x 143,6 x 7,7 mm
Gewicht: 174 g
Display: Super AMOLED 5,8"
Auflösung: 1125 x 2436
Pixeldichte: 458 ppi
Betriebssystem: iOS 11.1.1
Systemchip: Apple A11 Bionic
Speicher: 64/256 GB ROM / 3 GB RAM
Speicherkartensteckplatz: Nein
Rückkamera: 2 x 12 MP (28 mm, f/1.8 & 52 mm, f/2.4)
Frontkamera: 7 MP (32 mm, f/2.2)
Verbindungen: Blitz
Akku: Lithium-Ionen (2.716 mAh)
Farboptionen: Sternengrau, Silber
Staub- und wasserdicht: Ja (IP67)

27
VERTEILUNG
1.3K
AUFPASSEN
Ja, FacebookissaJa, WhatsApp
früher

Pioneers Vertretung wurde an die Loud Group übertragen.

folgende

Korrektur: Die Vertretung von Pioneer wurde an die Loud Group übertragen.

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